Elternabend zum Lernentwicklungsgespräch

Lernentwicklungsgespräch statt Zwischenzeugnis

Lehrkräfte der Grundschule Simbach informieren über Alternative zum Zwischenstand

 

Simbach. Neue Wege in Sachen Zeugnisvergabe geht die Grundschule Simbach. Statt Notenauflistung und Infos zum Sozialverhalten gibt es zum Zwischenstand im Februar einen sogenannten Einschätzungsbogen. Den Bogen füllen Schüler und Lehrkräfte aus. Gemeinsam mit den Eltern wird er dann in einem Lernentwicklungsgespräch analysiert und dort nachjustiert, wo Optimierungsbedarf besteht. Zunächst wird der Ersatz für´s Zwischenzeugnis in den ersten beiden Jahrgangsstufen eingeführt. Sollte er sich bewähren, geht´s bei den Dritt- und Viertklässlern weiter.

 

Auf breite Zustimmung stieß Rektorin Birgit Ehrenreich als sie gemeinsam mit den Erst- und Zweitklasslehrerinnen die „neue“ Variante des Zwischenzeugnisses vorstellte. Die Formulierungen neben den Noten seien ohnehin nicht immer ganz verständlich, gaben Eltern an. Manche Kinder interessierten sich überhaupt nicht dafür. Den Kids abzuverlangen, sich und ihre Leistungen selbst ehrlich einzuschätzen und dafür auch gerade zu stehen, finden sie gut.

In der Tat werden Kinder hierbei dazu animiert, bereits in jungen Jahren Verantwortung für ihr Lernverhalten zu übernehmen. Genau das war das Ziel des Kultusministeriums als es den Schulen die Option des Lernentwicklungsgesprächs mit Einführung des neuen Lehrplans an die Hand gab. Und doch bleibt die ganze Sache selbstverständlich kindgerecht; auch wenn es dem Charakter eines Mitarbeitergesprächs in Unternehmen gleicht.

Auf dem Fragebogen finden sich anschaulich gestaltete „Lernlandkarten“. Einzuschätzende Feststellungen wie „Du hörst anderen wertschätzend zu“ sind hier beispielsweise in Sprechblasen gefasst, „Du liest Texte betont vor“ steht auf Schriftrollen und „Du benennst Flächen richtig“ ist in ein Dreieck geschrieben. Diese Aussagen sind von den Kindern mit bunten Punkten abzukleben. Grün steht, salopp formuliert, für „kann ich voll gut“, rot für „ned so meins“. Bei anderen Fragen das Sozial- und Lernverhalten oder die Fächer Religion, WTG, Kunst und so weiter betreffend stehen Smileys vom Strahlemann bis zum Grummelgesicht zur Verfügung.

Unabhängig voneinander füllen und kleben Schüler sowie Lehrkraft die Dokumentationsbögen aus und vergleichen sie in besagtem Lernentwicklungsgespräch, bei dem dann auch die Eltern anwesend sind. Schnell sind hier Gemeinsamkeiten, also gleiche Einschätzungen zu erkennen. Dort, wo sich die Kreuzerl oder Farbpunkte unterscheiden, besteht Gesprächsbedarf. Gemeinsam wird entschlüsselt, wo es genau hakt und wie man Verbesserung erreichen kann. Diese Ideen werden dann ganz genau formuliert und festgehalten, als Tischziel zum Beispiel.

Schreibt ein Kind beispielsweise das A nicht recht leserlich, steht auf einem Zettel etwas wie „Ich achte darauf, das A schön zu schreiben“. Dieser Zettel wird laminiert und dem Kind auf den Tisch geklebt. So hat es sein Lernziel immer vor Augen. Wird das A gleichmäßiger, kann ein neues Ziel angepackt werden. Um die Kinder auch hierbei nicht zu überfordern, gibt es maximal zwei Tischziele.

Das allererste Lernzielgespräch für die Jungen und Mädchen der ersten und zweiten Klassen an der Grundschule Simbach findet zwischen Januar und Februar 2019 statt. Terminabsprachen mit den Eltern finden rechtzeitig statt.

 

Zurück